Neue Stockumer Kapelle

Als "Offene Kirche" lädt die "Neue Stockumer Kapelle" die Menschen zur Besinnung und Ermutigung ein. Täglich ist sie rund um die Uhr im Hause des FFFZ der Evangelischen Kirche im Rheinland in Düsseldorfs Stadtteil Stockum geöffnet: ein kleine Kapelle, um "der Seele Raum zu geben", in Stille oder der in der "Stockumer Vesper" jeweils am letzten Freitag eines Monats um 18 Uhr oder bei der Feier von Taufe oder Trauung. Sie ist Gottesdienststelle der benachbarten evangelischen Tersteegen-Gemeinde, die sie auch für sonntägliche Jugend- gottesdienste nutzt. Geöffnet ist sie für die Menschen im Hause, die Menschen in der Nachbarschaft und alle, die einkehren wollen. Sie ist ein immer zugängliches Portal, ein sakraler und spiritueller Ort, den man real erleben und nicht virtuell abrufen kann. Sie knüpft an die Tradition der Kapellen und Kapellchen am Wegesrand an, die es auch am Pilgerweg in diesem Stadtteil gab, und nimmt in ihrer Andachtsreihe liturgische Elemente der schottischen IONA Kommunität auf, die sich in Leben und Gebet an Schöpfung und Ökumene orientiert. Die halbjährliche Andachtsreihe steht jeweils unter einem Thema, zu dem innerhalb der Liturgie und kurzen Predigt ein Gastredner geladen ist und die sakrale Musik intoniert wird.

Die Besucher sind herzlich eingeladen, an diesem sakralen Ort Ruhe und Besinnung zu finden, zu beten, in der Bibel und der Literatur zu lesen, die Kunst zu schauen und sich inspirieren zu lassen. Oder den Blick in ein kleines Stück Natur durch das Fenster zu werfen. Die Bilder sowie der Korpus auf dem Altar sind Werke des Düsseldorfer Künstlers Michael Irmer, der Altar und weitere sakrale Gegenstände Arbeiten der Saarbrücker Künstlerin Anna Hofmann. Kirchenmusik kann man nach eigener Wahl automatisch einspielen. Der sakrale Raum im öffentlichen FFFZ schafft eine Balance zwischen Kirche und Welt, seine Öffnung ist wie ein dezenter Kontrapunkt zum Verlust sakraler Architektur im öffentlichen Raum.

Vor zwanzig Jahren war das FFFZ der Evangelischen Kirche im Rheinland geplant und 1993 eröffnet worden. An der Kaiserswerther Straße in Stockum gelegen, dieser nördlichen Verkehrsader Düsseldorfs, hat es drei prägende Komponenten: es ist ein Teil der Kirche, ein Stück Kultur und ein Baustein Ökologie. Der dezente Klinkerbau unweit des Freiligrathplatzes beherbergt das FFFZ Hotel und Tagungshaus sowie die Medieneinrichtungen der Landeskirche. Aus ihrer Historie stammt der Name FFFZ, FilmFunkFernsehZentrum. An der Nahtstelle von Kirche und Gesellschaft wird protestantisches Profil real: Ort von Begegnung und Kommunikation, barrierefreies Haus, ökologische Orientierung und eine eigene "Offene Kapelle".